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Ernst Frick |
Der Große Bär
Was steckt hinter "Dem Großen Bären"?
Die Künstlergruppe Der Große Bär
konstituierte sich im Jahr 1924 in Ascona.
Der Name bezieht sich – entsprechend der Siebenzahl der Mitglieder – auf das
nach den sieben Hauptsternen benannte Gestirn Ursa Major.
Bemerkenswert erscheinen die breite Generationenstreuung und die internationale Zusammensetzung:
2 Schweizer
Ernst Frick (1881 – 1956)
www.ernstfrick.ch
Albert Kohler (1883 – 1946)
2 Deutsche
Walter Helbig (1878 – 1968), Initiator
Otto Niemeyer-Holstein (1896 – 1984)
www.atelier-otto-niemeyer-holstein.de
1 Nordamerikaner
Cordon MC Couch (1885 – 1956)
1 Russin
Marianne von Werefkin (1860 – 1938), bekannteste Vertreterin der Gruppe
1 Niederländer
Otto van Rees (1884 – 1957)
Ascona entwickelte sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur Drehscheibe für verschiedene geistige Strömungen (u. a. Monte Verità) und insbesondere zu einem Künstlerdorf, das ab 1914 viele Emigranten anzog. Es bot ein anregendes Klima in einer reizenden landschaftlichen Umgebung.
Die Vereinigung verfocht kein festumrissenes Programm; den Anlass zum Zusammenschluss gab primär der Mangel an geeigneten Ausstellungsmöglichkeiten am Ort. Ihre Aktivität konzentrierte sich auf diesen Bereich: 1924 – 1941 fanden jährliche Gruppenausstellungen im Museo Comunale von Ascona statt, ebenso auswärtige: Bern 1925 und 1942, Zürich 1926, Luzern/St.Gallen 1938, Berlin 1928. Die Formation lockerte sich im Lauf ihres Bestehens, da mehrere Mitglieder nur sporadisch in Ascona weilten bzw. sich den Kunstzentren Paris und Berlin zuwandten. 1941 erfolgte die Auflösung (z. T. Anschluss an den neu gegründeten Gruppo Artisti Asconesi).
Der gemeinsame Nenner der heterogenen Gruppe ohne innovatorischen Anspruch liegt im Realismus. Der intensive Kontakt zur umgebenden Landschaft, dem Dorf und seinen Menschen spiegelt sich – individuell geprägt – im Werk aller sieben Künstler; über das Motivische hinaus existieren Berührungspunkte. Das stilistische Spektrum der Gruppe wird besonders am Anfang und vom Hauptimpuls des Expressionismus dominiert, von früh- und synthetisch-kubistischen Einflüssen begleitet, denen sich um 1930 vorübergehend neue Sachlichkeit und Abstraktion hinzustellen.
Zur Ausstellungsübersicht
Diese Abbildung wurde in der Zeitschrift "SIE UND
ER", Nr. 32, 1937 veröffentlicht
und im Buch "Monte Verità – Berg der Wahrheit" 1978, wiedergegeben.
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Die beiden damals gezeigten Abbildungen:

© Copyright by
Wolfgang Frick
Zu Ernst Frick steht geschrieben:
Hoch oben, auf der Collina (später Monte Verità genannt), ein wenig versteckt,
liegt das Häuschen, in dem Ernst Frick wohnt. In Knonau bei Zürich 1881 geboren,
ist seine Arbeit Kampf, angespanntes Ringen, um der eigenen strengen,
unerbittlichen Kritik zu genügen.
"Meine Erfolge in der Öffentlichkeit sind bescheiden. Hin und wieder lese ich
meinen Namen in fremden oder hiesigen Kunstzeitschriften. An Ausstellungen
beteilige ich mich selten und - meines Wissens besitzt keine Galerie ein Bild
von mir. Nur das ist mein Rekord!"
Fricks Landschaften sind einsam, das mystische Blau – Lila – das er in Beziehung
bringt zum Braun der Holzstämme, ist naturnahe. Man fühlt Trost, der wie aus einer
großen Stille kommt. Ich sehe das Bergdorf im Tessin - gleichsam ein letztes
Haus am Ende aller Dinge, letzte Zuflucht. Natur als Heimat der Heimatlosen.

© Copyright by
Wolfgang Frick
Ernst Frick mit Marianne von Werefkin (Der
Große Bär), 1936
mit freundlicher Genehmigung von Ingeborg Lüscher (Harald Szeemann-Archiv)
letzte Aktualisierung: 20.08.2009